Zu Besuch bei Kahal Adass Jisroel

Nachbarschaft, die zusammenhält

Der Besuch bei der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel am Rande des Zionskirchplatzes war für mich mehr als ein politischer Termin. Ich bin hier aufgewachsen, meine Eltern leben bis heute in der Nachbarschaft. Wenn ich zur Gemeinde gehe, ist das immer auch ein Stück Heimkommen.

Gemeinsam mit Pasha Lyubarsky, dem Vorstandsvorsitzenden der Gemeinde, Elisabeth Grünberg, Geschäftsführer German Moyzhes und Jung-Rabbiner Dovid Gernetz haben wir über die Arbeit der Gemeinde, ihre Projekte und die aktuellen Herausforderungen gesprochen. Mit dabei waren auch unsere SPD-BVV-Spitzenkandidatin Uta Francisco dos Santos, Yasin Khalife auf Listenplatz 2 sowie Stanislav Klimovich aus der Rosenthaler Vorstadt.

Die Gemeinde wächst und ist vergleichsweise jung. Sie betreibt eine Kita, pflegt zahlreiche Kooperationen mit externen Organisationen und ist eng mit der Nachbarschaft verbunden. Für eine orthodoxe Gemeinde ist das alles andere als selbstverständlich – und zeigt, wie offen und engagiert hier gearbeitet wird.

Ein wichtiges Projekt ist der Bau einer Schule auf einer großen Brachfläche direkt neben der Gemeinde. Doch die Rahmenbedingungen sind schwieriger geworden. Durch gestiegene Sicherheitsanforderungen machen allein die Sicherheitsmaßnahmen mittlerweile rund 20 Prozent der Baukosten aus. Auch die Genehmigungsverfahren sind komplexer geworden. Gleichzeitig ist klar: Diese Schule wird gebraucht.

Für viele Gemeindemitglieder ist außerdem entscheidend, in unmittelbarer Nähe zur Synagoge wohnen zu können. Während des Shabbats am Freitag und Samstag dürfen orthodoxe Jüdinnen und Juden keine Verkehrsmittel oder technischen Hilfsmittel nutzen. Der Weg zur Synagoge muss also zu Fuß möglich sein. Die steigenden Mieten in Mitte stellen deshalb auch für diese Gemeinde eine echte Herausforderung dar.

Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig gute Stadtentwicklungspolitik für das Zusammenleben ist. Die Gemeinde profitiert von einer lebendigen Umgebung – auch von Kooperationen mit der lokalen Gastronomie. Da Gemeindemitglieder koscher essen müssen und das Angebot begrenzt ist, sucht die Gemeinde immer wieder sucht die Gemeinde immer wieder Partnerinnen und Partner in der Nachbarschaft, die man guten Gewissens empfehlen kann.

Unsere Zusammenarbeit endet aber nicht bei Gesprächen. Gemeinsam mit der Gemeinde, dem Fußballverein Berolina Mitte und der Deutschen Islam Akademie habe ich in der Vergangenheit interreligiöse Fußballturniere organisiert. Auch in diesem Jahr planen wir wieder ein solches Event.

Darüber hinaus engagieren wir uns gemeinsam im Bündnis Rosenthaler Vorstadt für Vielfalt, Demokratie und Respekt. Es entstand nach dem Brandanschlag auf die Gemeinde kurz nach dem 7. Oktober. Die Botschaft aus der Nachbarschaft war klar: Wir stehen zusammen.

Genau das ist mein Berlin. Eine Nachbarschaft, die zusammenhält.

TeamTilmann