Beim Frühlingsempfang der Berliner Wirtschaft im Brauhaus GEORGBRAEU im Nikolaiviertel wurde wieder deutlich, wie viel Energie und Engagement in den Unternehmen unserer Stadt steckt. Vier Netzwerke – der Friedrichshain-Kreuzberger Unternehmerverein, der Wirtschaftskreis Mitte, das Unternehmensnetzwerk Pankow und das Unternehmensnetzwerk Moabit – haben diesen Abend möglich gemacht. Ihr gemeinsames Ziel: Menschen zusammenbringen, die Berlin voranbringen wollen.
Ich habe viele Gespräche geführt, neue Kontakte geknüpft und Visitenkarten verteilt. Genau so entsteht Fortschritt: wenn Unternehmerinnen und Unternehmer, Politik und Stadtgesellschaft miteinander sprechen statt übereinander. Die Themen waren klar: zu viel Bürokratie, Fachkräftemangel und die Frage, wie wir Wachstum und Innovation in unserer Stadt sichern können.
Gastgeber war das GEORGBRAEU – ein Familienbetrieb, geführt von Annette Greiner-Bäuerle, der seit 1992 im Nikolaiviertel braut und mittlerweile rund 40 Menschen beschäftigt. Das Bier wird hier vor Ort gebraut, der Biergarten bietet Platz für bis zu 400 Gäste. Ein Ort, der zeigt, wie lebendig Berliner Gastlichkeit und Unternehmergeist zusammenpassen.
Und genau hier zeigt sich auch ein Problem, das ich politisch anpacken will. Wenn das Nikolaiviertel kein Ausgehviertel in Mitte ist, was dann? An warmen Tagen müssen Betriebe ihren Gästen aus Berlin-Mitte und aus aller Welt um 21:30 Uhr erklären, dass sie draußen kein Essen mehr bestellen können und sich drauf vorbereiten sollen spätestens 22 Uhr nach drinnen zu gehen. Das passt nicht zu einer internationalen Metropole wie Berlin.
Ich werde deshalb einen Antrag in die BVV Mitte einbringen, damit das Nikolaiviertel schnellstmöglich als Ausgehkiez anerkannt wird und die geplante Verlängerung der Sperrzeit für Schankvorgärten von 22 auf 24 Uhr endlich umgesetzt wird. Gerade jetzt, wo die Saison beginnt, brauchen die Betriebe Planungssicherheit.
Als Berliner Jung, der auch heute noch gerne vor dem Späti steht – inzwischen als Familienvater – verstehe ich diese dörfliche Blockadehaltung im Bezirksamt Mitte nicht. Wenn es um Kiezblocks oder Bäume ginge, wäre die Entscheidung vermutlich längst gefallen. Aber hier geht es um Arbeitsplätze, wirtschaftliche Perspektiven und ein lebendiges Berlin.
Von den Steuereinnahmen profitiert am Ende die ganze Stadt. Und von einer lebendigen Innenstadt auch.
#TeamTilmann








