
Ich bin im sozialen Wohnungsbau am Zionskirchplatz aufgewachsen. Somit gehörte starke Veränderung und Verdrängung zu meiner Jugend dazu und auch der Kampf dagegen. Ein Kampf gegen Windmühlen, aber nicht immer.
Als das Land Berlin Anfang der 2000er haufenweise landeseigene Wohnungen versherbelte hieß es „ Macht euch keine Sorgen, Kauf bricht Miete nicht.“ Soweit so gut.
In der Habersaathstraße 40-48 hat der Käufer das anscheinend anders verstanden. Nach Erwerb der Immobilie plant er seit Jahren den Neubau zahlreicher Luxus-Wohnungen. Hierzu möchten er intakten Wohnraum abreißen. Das darf er gesetzlich auch, aber nur, wenn alle Mieterinnen und Mieter mit gültigen Mietverträgen dem zustimmen. Das wollen aber eine Hand voll nicht. Hier ist die Geschichte eigentlich zu Ende. Das unternehmerische Risiko tritt ein. Er hat sich verkalkuliert. Im Kapitalismus muss man die Kehrseiten anerkennen, auch wenn man sonst eher auf der Sonnenseite liegt. Auch das sieht der Eigentümer anders. Es fanden mehrfach illegale Räumungen ohne Räumungstitel statt. Türen wurden eingetreten, Bäder zertrümmert und Hauptwasserleitungen abgeschlagen. Das Wasser tropfte bis in den Keller. Das ganze kam zuletzt on top auf seit über 90 Tagen keine Heizung im kalten Winter 2026. Als lokaler Kandidat der SPD fordere ich vom Bezirksamt:
- Enge Begleitung aller Aktivitäten und Zusagen des Eigentümers mit Blick auf die Auflagen der Wohnungsaufsicht.
- Bei kleinsten Anzeichen von Fehlverhalten des Vermieters sofort Öffentlichkeit herstellen.
- Austausch mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Senatsverwaltung für Inneres mit dem Ziel vor Ort eine tragfähige Perspektive für bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln und zu prüfen, wie man den Eigentümer für sein rechtswidriges Verhalten zur Rechenschaft ziehen kann.
Auf der Landesebene muss zudem eine Gesetzesänderung her, die es ermöglicht, dass es nicht zu diesem Teufelskreis kommt, dass jemand eine Immobilie mit dem Ziel Abriss kaufen kann, wenn die Mieterinnen und Mieter dem aber absehbar nicht zustimmen werden.
Bitte unterstützt die Initiative Leerstand-hab-ich saath: https://strassengegenleerstand.de/




