Mein Take für das Aktionsbündnis #BerlinIstKultur: https://www.berlinistkultur.de/aktionen-termine/deine-stimme-fuer-kultur/
Was ist Ihr persönlicher Bezug zur Kultur in Berlin?
Berlin hat mich kulturell geprägt. Ich habe selber mal Musik bei JonniBotten gemacht und komme aus einer Generation, für die Clubs, Proberäume, Jugendzentren, Freestylen im Park, illegale Rave-Partys, Graffiti und urbane Subkulturen selbstverständliche Teile des Berliner Lebens waren. Besonders verbunden bin ich mit Hip-Hop und Graffiti. Diese Kunstformen gehören für mich zur Identität Berlins. Sie machen sichtbar, wie Menschen ihre Stadt erleben, aneignen und mitgestalten. Gerade in Berlin ist Kultur nicht nur etwas, das in Opernhäusern oder Museen stattfindet, sondern auch auf Straßen, Hauswänden und öffentlichen Plätzen. Gemeinsam mit der Graffiti Lobby Berlin habe ich mich deshalb auch für legale Flächen eingesetzt, etwa an der Hall of Fame am Nordbahnhof. Das ist die größte legale Sprühfläche Berlins. Das feier ich hart, dass ich das mitdurchsetzen konnten und setze mich auch weiterhin für den Erhalt ein. CDU und Grüne wollen das wohl wieder einkassieren.
Warum ist Kultur für Berlin unverzichtbar – gesellschaftlich, demokratisch und wirtschaftlich?
Kultur ist einer der wichtigsten Gründe, warum Menschen aus aller Welt nach Berlin kommen. Sie macht unsere Stadt attraktiv, kreativ und lebendig. Kultur schafft Begegnungen zwischen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und stärkt damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig ist sie ein Raum für Debatten, Kritik und demokratische Auseinandersetzung. Dazu kommt die wirtschaftliche Bedeutung: Kultur, Nachtleben, Kreativwirtschaft und Tourismus sind zentrale Standortfaktoren für Berlin. Eine Weltstadt lebt von ihrer kulturellen Ausstrahlung. Irgendwer muss den „Bumms“ hier auch bezahlen. Gerade urbane Kunst zeigt, dass Kultur auch außerhalb klassischer Institutionen stattfindet. Streetart und Graffiti bringen Themen in den öffentlichen Raum, regen Diskussionen an und machen die Stadt vielfältiger.
Wie möchten Sie eine nachhaltige Kulturfinanzierung in Berlin sichern?
Kulturpolitik darf nicht nur aus Projektförderung bestehen. Wir brauchen mehr Planungssicherheit für kulturelle Einrichtungen, freie Träger und die freie Szene. Gerade kleinere Initiativen, soziokulturelle Projekte und urbane Kulturformen brauchen verlässliche Strukturen statt ständig neuer Förderanträge.
Gleichzeitig müssen wir Kultur als Investition verstehen. Wer Kultur finanziert, investiert in Bildung, Integration, Tourismus, Stadtentwicklung und wirtschaftliche Wertschöpfung. Deshalb braucht es eine langfristige Kulturfinanzierung, die auch in schwierigen Haushaltslagen nicht als Erstes infrage gestellt wird.
Wie stärken Sie Kultur als Raum für Vielfalt, Teilhabe und demokratische Debatte?
Kultur muss für alle zugänglich sein – unabhängig vom Einkommen, vom Alter oder von der Herkunft. Deshalb ist es wichtig, kulturelle Räume in den Kiezen zu erhalten und neue zu schaffen.
Besonders wichtig ist mir dabei die urbane Kultur. Graffiti, Streetart, Musik, Jugendkultur und kreative Zwischennutzungen schaffen niedrigschwellige Zugänge zu Kunst und gesellschaftlicher Teilhabe. Sie ermöglichen Ausdruck, Austausch und Identifikation mit dem eigenen Umfeld. Gerade öffentliche Räume spielen dabei eine zentrale Rolle. Vielfalt entsteht nicht durch Sonntagsreden, sondern dadurch, dass Menschen sichtbar werden und ihre Perspektiven einbringen können.
Was ist Ihr nächstes konkretes kulturpolitisches Vorhaben für Ihren Wahlkreis und für ganz Berlin?
Für meinen Wahlkreis möchte ich mich weiter für den Erhalt und die Förderung der Hall of Fame „North Side Gallery“ einsetzen. Diese aktuell größte legale Sprühfläche für Graffiti & Streetart darf nicht verschwinden.
Für ganz Berlin wünsche ich mir, dass wir in 2026 die Flächen der Autobahn GmbH in Neukölln und Treptow-Köpenick zur größten Hall of Fame Europas legalisieren können. Allgemein halt eine Kulturpolitik, die Hochkultur und Subkultur nicht gegeneinander ausspielt. Berlin ist stark, wenn Oper, Clubkultur, Theater, Graffiti, Konzerte und freie Kunstszene gleichermaßen ihren Platz haben. Diese kulturelle Vielfalt macht die Stadt einzigartig – und genau das müssen wir erhalten.









